Der „Himbeer-Toni“ von Eiderstedt

Den Spitznamen hat Tobi Jürgens bei seinen Surfer-Kollegen weg. Denn wenn er nicht selbst auf seinem Brett steht, ist er in diesen Wochen auf seinem Himbeerhof zu finden.

Hochkonjunktur zwischen Sträuchern, Café und Obststand. Auf dem Himbeerhof Jürgens in Vollerwiek brummt es. Und mittendrin der Bauer, der eigentlich Surfer ist und auch eher nach Strand als nach Kuhstall aussieht.

Kein Diebstahl. Der Besitzer darf das!

Auf dem Wasser ist er mit Vorliebe wenn es den meisten längst zu kalt ist. Und im Herbst dümpeln auch nicht so viele Touristen vor sich hin. „Das Klima hier in Schleswig Holstein ist eigentlich gar nicht für Himbeeren geeignet“, erklärt er und weist nebenbei noch einige Besucher ins Pflücken ein. Auf Plattdeutsch. Denn wer hier aus der Gegend kommt, redet nunmal so.

In langen Reihen werden die Himbeeren reif.

Lange Reihen, in denen die roten Früchte schon von weitem zu erkennen sind. Anfangs war es ein Versuch, der völlig unterschätzt wurde. Inzwischen hat es sich in der Gegend rumgesprochen, dass sich ein Besuch lohnt. Das kleine Café serviert nicht nur Himbeertorte sondern auch das passende Erfrischungsgetränk nach eigenem Rezept. Genau richtig an einem heißen Sommertag.

Die Spezialitäten des Hauses. Alles selbst gemacht.

Wer nicht selbst pflückt, kann auch eben die fertige Schale auf dem Sprung mitnehmen. Aber eine Rast lohnt sich hier. Da drüben die Landfrauen aus dem Dorf, um Gerüchte auszutauschen und am Nebentisch eine Gruppe Radfahrer mit über 80 Kilometern Tagesetappe in den Knochen.

Wenn das nicht zu einem Stück Torte einlädt.

Gerade am Wochenende ist hier Hochkonjunktur. Wer da noch einen Platz ergattert, kann sich glücklich schätzen. Viele Beeren landen gar nicht erst im Korb. Direkt vom Strauch in den Mund. So schmecken sie doch auch am besten.

Auch die hungrigen Surfer kommen vom Strand für frische Himbeeren.

Über Gerrit Hoss

Gerrit Hoss

Ich bin Musiker, Autor diverser Magazine und Radio-Journalist beim NDR. Ich mag es bunt und wohl intoniert. Deshalb klingt der Norden für mich am schönsten.

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