Schwarz-grüne Leidenschaft

Daniela liebt schwarz. Noch mehr liebt sie grün. Wenn beides aufeinander trifft, ist die Welt der jungen Mediengestalterin perfekt!

Daniela ist so norddeutsch, wie man norddeutscher nicht sein kann. Wasser und Küste in der Nähe müssen sein. Weit gucken muss man können. In Jever ist die 29jährige geboren und in Ostfriesland und umzu groß geworden. Was Ordentliches sollte sie werden. Das hat ihr Vater damals schon gesagt. Sie wurde Mediengestalterin.

Werbetechnik ist ihr Ding. Daniela mag ihren Beruf. Voriges Jahr ist ihr allerdings drei Tage vor Weihnachten die Kündigung nahegelegt worden. Ihre Beine hatten zuvor so komisch gekribbelt. Das wurde immer stärker – bis sie einfach hinfiel. Die Diagnose ließ nicht lange auf sich warten: Multiple Sklerose (MS). Die Krankheit kannte sie bis dahin gar nicht – war fest davon überzeugt, dass man sie einfach wieder gesund macht und gut ist. Es hat ein wenig gedauert, bis sie begriff. Da hätte sie heulen können. Jammern. Klagen. Sich vergraben. Das hat Daniela nicht gemacht. Wozu auch? Das Leben geht doch schließlich weiter. Und das Leben will gelebt werden. Gejammer braucht die Welt nicht. Auch wenn man lieber „freiwillig“ seinen Arbeitsplatz hergibt, weil man keine Kraft für einen anstehenden Prozess hätte…

„No panic!“ Das ist ihr Lebensmotto. Daniela denkt praktisch. Sie macht sich selbständig. Drei Mitarbeiter hat sie schon: Isi, Milano und Berner. Isi und Berner sind ein kleiner und ein großer Plotter. Milano heißt die Textilpresse.
Berner ist ein Geschenk. Von ihrem alten Lehrherren. Der hatte die Maschine übrig und hat sie ihr geschenkt. Zumindest der Start in die Selbständigkeit sollte nach MS-Diagnose und Arbeitsplatzverlust leicht sein. Daniela ist sehr dankbar für diese Hilfe. Sie fängt an zu arbeiten. Der Zufall kommt zu Hilfe. Für einen Boxverein soll sie T-Shirts bedrucken. Diese Arbeit findet sie von Anfang an cool. Davon darf es gern mehr sein.

Sie will eigene Kreationen entwickeln. Hamburg möchte sie modern und künstlerisch auf T-Shirts und Beuteln präsentieren. Bei ihr gibt es nichts schwarz auf weiß, bei Ihr gibt es gern schwarz auf schwarz. Was sich zunächst befremdlich anhört, ist eine absolut schöne Idee. Mit ihrem eigenen Auto auf dem T-Shirt fing es an: ihr Mini wurde schwarz auf ein schwarzes T-Shirt gedruckt. Nur ausgewählte Teile des Wagens wurden grün gedruckt. Neongrün! Wer sie mit diesem T-Shirt sieht, guckt zweimal hin. Und genau das will Daniela: man soll bei ihren Kreationen auch gern auf den zweiten Blick überrascht werden. Das ist nach Danielas Geschmack. Da kann T-Shirtdesign gern auch einmal auf dem Popo landen…

Sie hat immer ihre eigenen Vorstellungen gelebt, ist immer ihren eigenen Weg gegangen – und geschwommen: gern gegen den Strom. Diese Einstellung sieht man deutlich an ihren Druckwerken. Grün findet sie toll. In ihrer ganzen Wohnung, auf ihrer Kleidung, sogar auf ihrem Spazierstock findet sich grün – und funkelnde Strasssteine. Klar, dass da der neue Rollstuhl mithalten muss. Er ist metallic-grün. Wie soll man es anders nennen? Es ist, wie es ist: der ist richtig schick! Selbst die Leute aus dem Sanitätshaus hatten so etwas noch nicht gesehen und haben ihn erst einmal fotografiert. Daniela setzt Trends – auf jedem Gebiet. Auch ins Herz des „I love Hamburg-T-Shirts“ setzt sie auflockernd den Michel.

Daniela lebt im Hier und Jetzt. Sie freut sich, wenn sie nach dem Aufwachen merkt, dass ihre Beine nicht wehtun. Das ist dann ein guter Tag. Der wird genossen!
Sie war schon immer der Typ „Sonnenschein“. Da ändert auch die Multiple Sklerose nichts dran. Ihre Familie sieht es auch so: mit Selbstmitleid macht man sich selbst fertig. Stattdessen genießt sie das Leben. Das geht zusammen mit Ihrem Mann leicht und gut. Im Mai haben die beiden geheiratet.
Die Multiple Sklerose empfindet Daniela als so etwas wie eine Untermieterin im Körper. Allerdings eine Untermieterin mit extrem schlechter Zahlungsmoral. Sie gibt nicht. Sie nimmt nur.
Von dieser Untermieterin will Daniela sich nicht beherrschen lassen. Manchmal muss sie aber nachgeben. Oft genug lässt ihre Untermieterin sie zum Glück auch in Ruhe.
Dann ist die Zeit für DWL Design: Daniela Wirdemann-Leonhardt Design. Dann ist Zeit für Design und Druck – in allen Farben und Formen. Sie will ihre Kunden zufrieden sehen. Privatwünsche werden gern umgesetzt. Wer sein eigenes T-Shirt mitbringt, bekommt je nach Aufwand für 15-25 Euro seinen individuellen Druck. Kommen Pullis und Shirts dazu, steigt entsprechend der Preis.

„Daniela Wirdemann-Leonhardt Design“ hört sich doch gut an. Lange hat sie an ihrem Logo gebastelt. Klar, steckt da ihr Name drin. Für sie aber noch mehr: DWL steht auch für „Daniela will leben!“
„Design will leben!“ passt auch.
Und genau das soll Danielas Design auch tun. In Firmen, Musikgruppen, Sportvereine genauso wie bei Segelcrews oder Golfern. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Alles kann – nichts muss – nicht mal schwarz und quietschgrün!

Mehr dazu:
http://dwl-design.de

Über Christianne Nölting

Christianne Nölting

Im Norden geboren. Im Norden ausgebildet. Dem Norden tief verbunden. Voll der Norden in Person!

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