Anbaden auf Ærø

Sonne, Hitze, das Wasser wird langsam warm. Genau die richtige Zeit zum Anbaden. Am schönsten ist so ein Bad natürlich in der Südsee. In der dänischen Südsee, versteht sich. Die südostjütländische Insel Ærø lädt geradezu dazu ein.

Die kleine Lagune von Ærøsköbing.

Hier in der Lagune gleich neben dem Jachthafen wird nichts aus den Badeplänen. Der Wind ist gerade ablandig, das Wasser ist flach. Das hat natürlich Vorteile: im wadentiefen Wasser lässt sich schwer ertrinken und es ist warm. Frostbeulen an den Zehen sind ausgeschlossen. Der Nachteil: schwimmen kann man hier genauso gut wie in einem Kinderplanschbecken. Das ist blöd. Sehen wir uns also weiter um.

Viele kleine Badehäuschen warten auf ihre Sommerbewohner.

Da sind ja viele kleine Badehäuschen wie Perlen an der Kette. Wo sie sind, lässt sich in der Regel auch baden. Also nichts wie hin. Hier ist die Insel nicht nur ganz leicht hügelig, sondern sehr dänisch hyggelig. Das heißt gemütlich. Der Anblick der vielen kleinen Häuschen am Strand wärmt das Herz.

Skandinavisches Flair

Die Dänen selbst scheinen noch zu frieren. Die Häuser sind noch versperrt. Kein Wunder. Bei einer Wassertemperatur unter 15 Grad zieht sich alles zusammen. Ein Sonnenbad wäre das Höchste der Gefühle. Das ist im eigenen Garten doch geschützter und schöner. Und den haben viele auf der 88 Quadratkilometer großen Insel. Sie ist bummelig 30 Kilometer lang und nur 6 Kilometer breit.

In der kleinsten Hütte ist nicht nur Platz, sondern auch Gemütlichkeit.

Man kann Ærø als Eingangstor sehen. Zumindest als einen der Türflügel am südlichen Eingang vom Kleinen Belt. Der andere Türflügel ist die Insel Alsen. Gemeinsam bilden sie das Tor zur dänischen Südsee. Schweinswale begleiten die Segler auf ihre Reise dorthin. Drei Häfen können angelaufen werden: Marstal, Ærøskøbing und Søby. Letzteres bietet pures Dorfleben und ersteres hat schon Kleinstadtcharakter. Allerdings ist dann von einer klitzekleinen Kleinstadt die Rede. Immerhin. Es gibt unter anderem eine Seefahrtschule und ein herrliches Seefahrtsmuseum und Marstal ist der Hauptort der Insel.

Dach mit Bommel. Das hat Charme.

Ærøskøbing ist für viele Besucher am hyggeligsten (gemütlichsten). Viel altes Bauwerk ist gut erhalten. Manchmal ist es hilfreich, wenn keine Brückenanbindung vorhanden ist. Man ist konservativ. Man reißt nicht einfach ab. Man erhält. Auch die kleinen Badehäuschen am Strand werden über Generationen hinweg in den Familien weitergegeben und gepflegt.

Seeblick garantiert.

Kaum ein Tourist, der nicht ihrem Charme erliegt. Aber wo sind nun die Frühstarter in Sachen schwimmen? Selbst die Möwe sucht sie. Wird das nun ein langer Flug oder wird sie bald fündig?

Die Möwe sucht nach Badenixen.

Geduldig zieht sie ihre Kreise. Wer nun in die kühlen Fluten steigt und einen Frostschock bekommt, kann mit dem nächsten Rettungsring aus eventueller Kältestarre befreit werden. Vielleicht tritt sie ja gar nicht ein. Aber da ist doch…. oder doch nicht?..

Rettungsring gegen Frostschock.

Endlich! Doch! Badenixen! Wie bestellt. Man hört sie von weitem. Das kühle Nass kitzelt die Kreischreflexe. Komisch. Oder doch nicht? Eigentlich reichen auch die Füße im Wasser. Zumindest ist das so, wenn man nicht so hart gesotten ist – ein echter norddeutscher Frostköddel eben. Man kann ja auch warten… das Wasser wird ja von allein wärmer… und dann muss man auch nicht mehr so kreischen… aber dann macht es ja vielleicht auch weniger Spaß!

Hart sein gegen Wind, Wellen und sich selbst.

Am Abend ist der Frostschock Geschichte. Ein Sundowner wärmt durch. Oder zwei. Und wer weiß… wenn man austrinkt, wird das Wetter morgen auch schön. Bestimmt. Man muss nur fest daran glauben. Sehr fest. Und dann kann man es ja noch einmal versuchen. Dann hat die See bestimmt schon einen Grad mehr!

Ausklang

…oder eben auch nicht…

Über Christianne Nölting

Christianne Nölting

Im Norden geboren. Im Norden ausgebildet. Dem Norden tief verbunden. Voll der Norden in Person!

Eine Meinung über “Anbaden auf Ærø

  1. Kam mir beim Lesen des Artikels vor wie in vielen vergangenen Jahren eigener Segelei in der dänischen Südsee.
    Für mich schöne Erinnerungsfotos !!

    Carl Groth, Hamburg

    Carl Groth | | Antworten

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