Hobby mit Federn!

Nichts ist schöner als ein erfüllendes Hobby. Christian Johannsen hat seines gefunden: mit Federn, Gegacker und Gekrähe!

Morgens um sieben ist die Welt rundum in Ordnung. Christian Johannsen – in seinem Dorf Gelting liebevoll Chrischan  genannt – macht sich auf den Weg zu seinen Liebsten. Er hat gleich mehrere und alle haben etwas gemeinsam: Federn. Und nun haben sie auch noch etwas anderes gemeinsam: Hunger!

Zuerst kommen die Kleinsten dran: die kleinen Perlhühner. Eigentlich sind es echte Kuckucksküken. Schließlich wurden sie einer anderen Henne der Sorte Brahma untergejubelt. Hier ist also glasklar: Die Henne war zuerst da. Dann erst das Ei. Chrischan Johannsen hat die Perlhuhnküken noch voll in Schale gekauft. Unter seinen Hühnern findet sich immer eine brutfreudige Hennenmama. Aber nun gibt es erst einmal frischen Salat zum Frühstück. Fleiß wird belohnt. Und den Küken schmeckt es.

Wohlgenährt und gesund genießt das Federvieh ein ausgewogenes Hühnerdasein. Bei Christian Johannsen haben sie auch nichts auszustehen. Er ist stolz auf seine gefiederten Freunde.
Kaum zu glauben, dass Hühner von gefährlichen Raubsauriern abstammen sollen. Und amüsant zu sehen, was die Evolution aus diesen gefährlichen Raubsauriern aus der Linie der Raptoren gemacht hat! Gackernde Eierspender!

Sie kommen so vielfältig vor, dass niemand nachvollziehen kann, wie viele Arten es eigentlich auf der Welt gibt. Zum Glück weiß Chrischan Johannsen, welche Arten er hat: Unter anderem flattern Brahmas und Cochins durch seinen Garten. Die geben Fleisch, Federn und Eier. Über die Letzteren freut der Hühnerfreund sich. Schlachten kann er sie jedoch nicht. Das bringt er nicht übers Herz. Dabei hätten die Brahma-Hühner sogar besonders weiche Federn zu bieten – bis zu den Krallen runter. Über vier Kilo werden die schwer und füllen so leicht Pfanne und Topf.

Die weißen Brahmahühner mit teilweise schwarzen Mustern gibt es seit Mitte des 19.Jahrhunderts in Europa. Per Schiff sollen sie gekommen sein. Es heißt, sie sind aus Amerika. Eigentlich ist das komisch für eine Sorte, die ihren Namen nach dem indischen Brahma-Fluss trägt. Man ist eben schon früh weit gereist.
Auf Johannsens Hühnerhof geht es auch immer ein wenig exotisch zu. Perlhühner hat er und Fasane. Von Birkhühnern träumt er noch. Sie werden ihm noch zuflattern. Da ist er sich sicher. Nun genießt er erst einmal die Fasane.

Was normalerweise typische Beute vor Jägers Flinte auf dem Feld ist, wird von Christian Johannsen umhegt und umsorgt. Gut aufpassen muss er. Sonst sind sie weg. Rundum auf den Feldern lauern neben den Jägern auch natürliche Fressfeinde wie der Fuchs. Da ist so eine auffällige Schönheit leichte Beute.

Toll sind die Cochins. Ihren Namen sollen sie nach dem früheren Cochin-China, dem heutigen Vietnam, tragen. Eine königliche Protektorin sollen sie gehabt haben. Keine Geringere als die britische Königin Victoria hat sie in ihr Herz geschlossen und bekannt gemacht. Christian Johannsen kann sich gut vorstellen, warum: die legen schnell Eier.  Nur die Marans sind ihnen darin weit überlegen. So ist das auf diesem Hühnerhof.

Die Menschen halten Hühner schon seit der Zeit vor Christi Geburt. Archäologische Funde belegen das. Im größeren Stil haben die Römer bereits Hühner gezüchtet und gehalten. Und der erste Ratgeber zum Thema Huhn und Haltung stammt aus dem 1. Jahrhundert nach Christus. Es soll sich um ein umfangreiches Kapitel in einem landwirtschaftlichen Ratgeber handeln, der 13 Bände umfasst! Lucius Iunius Moderates Columella war der Autor dieses Werks.

Was hier aussieht wie ein Ufo kurz vor dem Abheben ist der Brahmahahn, der sich gern einmal schüttelt. Morgenpflege eben. Die „Frisur“ soll schließlich sitzen. Man will ja was hermachen vor den Damen. Die verneigen sich vor so viel Schönheit. Oder doch nicht? Könnte auch sein, dass sie nur das Eine im Kopf haben: das Fressen!

Guckt man sich die Hühner von Chrischan Johannsen von hinten an, bekommt das Wort „Federball“ eine völlig neue Bedeutung.

Breit, fast schon massiv, schön im Federkleid. Das sind Hühner für das Auge. Viel zu schade für Pfanne und Topf. Wer könnte da Christian Johannsen nicht verstehen…

Mehr Informationen zum Thema Hühner:

http://www.huehner-haltung.de

Und wenn Sie auch ein ungewöhnliches oder einfach nur schönes Hobby im Garten pflegen, sind wir neugierig und freuen wir uns auf Ihren Kommentar!

Über Christianne Nölting

Christianne Nölting

Im Norden geboren. Im Norden ausgebildet. Dem Norden tief verbunden. Voll der Norden in Person!

Eine Meinung über “Hobby mit Federn!

  1. Ein netter, informativer Artikel für Leute, die keine Kenntnis über Hühnerzucht haben. Vor Jahren hatte ich eine Rasse- Hühner- Zucht, überwiegend Japanische Zwergkämpfer der Rasse KO GUNKEI. Der 1,0 steht aufrecht, ist rosenkämmig und hat einen kleinen Garnelen- Schwanz. Lustige Tiere mit sehr fester Fleischstruktur. Die Rasse ist über Tausend Jahre alt. Zwei Stämme mit unterschiedlichen Zuchtmerkmalen, jeweils 1,4, flitzten über den Hof. Zweimal stellte ich sie in Hannover auf der jährlichen Rassegeflügel- Schau in den Messehallen aus, wo sie hohe Preise errangen. Zur Eierverwertung hatte ich einen Stamm Zwerg- Araucana, die für ihre grüne Eierschale bekannt sind. Ihnen sagt man nach, dass die Eier cholesterinarm sein sollen, was aber nicht stimmt. In der frostfreien Zeit pennten die Araucana am liebsten oben in den Bäumen, wie ich es auch schon bei Fasanen beobachtet habe.
    War hübsch, wenn die Glucken mit den kleinen Küken über den Rasen rannten. Ich denke gern an die Zeit zurück.
    Der Chrischan wird mit Sicherheit genau soviel Spass mit seinen Viechern haben, wie ich es damals empfand.

    Waldemar Paulsen | | Antworten

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