Eine echte Syltliebe!

Es muss echte Liebe sein! Wenn eine Hamburgerin eine Insel nicht nur mit dem Fotoapparat, sondern mit dem ganzen Herzen ablichtet und zeigt. Beate Zoellner hat sich schon vor vielen Jahren in die Nordseeinsel verliebt. Das Ergebnis: Bilder, die Schönes zeigen und darüber hinaus dokumentierende Zeugen sind.

Eigentlich ist Sie ’ne echte Hamburger Deern. Das kann man wohl gern von sich behaupten, wenn man in Blankenese auf die Welt gekommen ist und die Schulzeit in Flottbek und Osdorf hinter sich gebracht hat. Auf dem Rücken der Pferde lag in der Zeit Ihr Glück dieser Erde. Konsequent hat sie sich deshalb nach dem Abi erst einmal ein Jahr Auszeit genommen und Polopferde trainiert. Beruflich sollte es etwas Schickes sein: was mit Medien… das hatte für die Deern aus Jahrgang 60 Klang. Also ging es in die Lehre als Verlagskauffrau.

Ein Klönschnack mit Beate ist erfrischend. Sie lacht gern, viel und aus dem Herzen heraus. Es muss diese positive Art sein, die sie durch schwierige und noch schwierigere Situationen Ihres Lebens getragen hat. Das Leben ist ja eigentlich auch ganz simpel. Man muss einfach einmal mehr aufstehen als man hingefallen ist. Die Fotografin ist ein weibliches Stehaufmännchen. Viel theoretischer Kram liegt ihr nicht. Sie ist eher eine Frau der Tat. Auch eine, die Umwege macht, wenn es nicht geradeaus geht oder der Weg noch gar nicht so klar zu sehen ist. Irgendwann zeigt das Herz oder – in diesem Fall – das Objektiv, wo es langgehen soll. Beate Zoellner hat sich lange durch kurviges Gelände bewegt, bevor sie die gerade Strecke gefunden hat. Das war: Fotografieren. Schöne Bilder machen. Natur und Mensch von der schönsten Seite zeigen. Am liebsten von und auf Sylt.

Aber Lebenswege sind manchmal sehr eigen. Die junge Verlagskauffrau war nicht glücklich in ihrem Job. Er war dröge. Zu viele Zahlen. Ihr Problem löste sich ausgerechnet in Österreich im Skiurlaub. Sie lernte jemanden kennen, der sie zur Hamburger Morgenpost vermittelte. Auf ein Praktikum folgte ein Volontariat. Sie wurde Journalistin. Als Reporterin war sie lange unterwegs. Dabei hatte sie schon lange einen Wunsch-Virus in sich. Sie hatte schon lange etwas kennengelernt, das sie wirklich infiziert hatte. Das war noch damals während der Ausbildung als Verlagskauffrau. Sie hatte in der Zeit Station gemacht in der Fotoredaktion des Hamburger Abendblattes. Da war Beate Zoellner ihrem Traumberuf schon begegnet. Das wollte das Herz. Dummerweise hatte der Verstand sie ausgebremst. Zu viel Theorie und Technik mit den Kameras… Belichtungszeiten, Blenden – das hatte ja alles wieder mit Zahlen zu tun. Auf die reagierte sie zu der Zeit noch hochgradig allergisch. Reporter arbeiteten noch mit Bleistift und Schreibmaschine. Das war weniger technisch. Das ging. Es war nur nicht Beate Zoellners gelebter Traum.

Ein paar Umwege brauchte Beate Zoellner noch. Für eine Fernsehzeitschrift berichtete sie aus der Showbranche. Es war die Blütezeit von „Dallas“, „Denver-Clan“ und „Schwarzwaldklinik“. „Wetten, dass…?“ wurde noch von Frank Elstner moderiert. Das waren ihre Themen oder Einsatzorte. Da durfte es auch mal Athen sein für ein Gespräch mit Vicky Leandros. Fotografiert haben dann andere. Das war ja zu technisch. Eine neue und große Aufgabe unterbrach diese Tätigkeit: Beate Zoellner wurde stolze Mama. Erst viele Jahre später ging es zurück in den Beruf in eine Fernseh-Nachrichtenagentur. Nachdem die aufgelöst wurde, folgte recht schnell Arbeitslosikgeit und Besinnung. Besinnung auf den eigentlichen Traum: das Fotografieren. Die Technik-Barriere in ihrem Kopf hatte sich gelöst – dank der ersten digitalen Spiegelreflexkameras. Es gab kein Halten mehr. Nach und nach erarbeitete Beate Zoellner all die Fähigkeiten, die sie heute mit einer Lockerheit einsetzt, als hätte sie nie etwas anderes getan und als hätte sie auch nie nur einen Moment an sich gezweifelt. Auf Sylt lebt sie diese Liebe vollkommen aus. Schon als lütte Deern hat sie die Nordseeinsel in den Schulferien lieben gelernt. Mittlerweile fühlt sie sich dort wie Zuhause. Mit ihrer Kamera fängt sie die Lichtstimmungen der Insel ein. Sie transportiert Gefühl mit ihren Bildern. Die kritische Journalistin setzt sich aber auch immer wieder durch: sie fotografiert beispielsweise den ewigen Kampf um die Küste oder Gebäude, die vielleicht dem Profit zum Opfer fallen könnten. Auch die Rettung der Hörnum-Odde liegt ihr am Herzen.

Und es ist gut, dass Beate Zoellner das professionelle Schreiben gelernt hat. Dank dieser Fähigkeit gibt es ein Buch, das jedem Anfänger zeigt, wie man die schönsten Fotos machen kann. Gleich auf den ersten Seiten leistet es Großes: es nimmt Angst vor Technik. Die Autorin hat zudem etwas geschafft, was beileibe keine Selbstverständlichkeit ist: sie hat die Fähigkeit, technische Vorgänge zuweilen humorvoll und kurzweilig zu beschreiben. Das Buch ist so wie es heißt: „Einfach besser fotografieren“. Es ist einfach verständlich geschrieben und man fotografiert nach der Lektüre besser. Ein Titel mit Programm also – sehr zu empfehlen. Wer da keine Ambitionen verspürt, kann Fotos von Beate Zoellner ganz simpel kaufen – beispielsweise in Form eines Kalenders. Und daran kann man sich ja auch freuen.

Mehr dazu:
http://www.beatezoellnerfotos.de/

Weitere Infos auf Facebook:
Nordweh-Bilder
https://www.facebook.com/Sylt.Fotos

Über Christianne Nölting

Christianne Nölting

Im Norden geboren. Im Norden ausgebildet. Dem Norden tief verbunden. Voll der Norden in Person!

2 Meinungen über “Eine echte Syltliebe!

  1. Beate Zoellner hat die aller schönsten Fotos von Sylt

    Volker Lange | | Antworten
  2. Wird Zeit, dass wir der Insel auch endlich mal einen Besuch abstatten.
    Wirklich schöne Bilder!

    Rene Flindt | | Antworten

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