Vom Kultkite zum Kultchair

Wo kann man am gemütlichsten die Beine hochlegen und die müden Knochen in Entspannungsmodus zu bringen? Ganz klar! Auf einem Kite! Was Sportbegeisterte mit Freuden über die See fegen und Adrenalin durch den Körper pumpen lässt, bringt im zerblasenem Zustand Ruhe und Gemütlichkeit. Zumindest ist das so, wenn Philipp Beermann den Kite in de Finger gekriegt hat…

Der gelernte Raumaustatter und Polsterer funktioniert allerdings nicht nur Kites um, sondern verhilft auch gern einem alten, edlen Sofa zu neuem und verbesserten Sitzkomfort.

Man kommt kaum aus dem Staunen heraus. Originale dänische Möbel aus den 50er und 60er Jahren warten bei ihm in aufgearbeitetem Zustand auf Käufer. Daneben weitere Originale verschiedener Epochen. Von Barock bis Bauhaus – viele Stile sind dabei. Einige der edlen Stücke sind Kundenmöbel, andere können erworben werden.

Die Werkstatt gibt es seit rund 5 Jahren. Dass er seinen Beruf mag, merkt man, wenn man Philipp Beermann beim Machen zuschaut. Ein altes Sofa von de Sede aus der Schweiz ist in die Jahre gekommen. Eines dieser Klassiker, die nie unmodern werden. Ein Möbel für’s Leben. Da lohnt eine neue Polsterung immer, findet der 47 Jahre alte Fachmann. Er hat Freude daran, wenn er hinterher ein schönes Ergebnis seiner Arbeit sieht.

Das Handwerkszeug eines Raumausstatters: Nadeln

In Sachen Möbeln haben es ihm die 20er Jahre, aber auch die 50er und 60er besonders angetan. Ein Cocktailsessel aus den 50ern verliert nie seinen Charme, meint der Raumausstatter. Da könne man sich richtig dran austoben. Er mag Neues ausprobieren. Gern auch mal mit einem „frechen“ Stoff beziehen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das geht natürlich am besten, wenn man ganz eigene Möbel entwirft.

Philipp Beermann in den Alteliers Dockenhuden.

So etwas wie die Kitechairs eben. Die werden ausschließlich aus geflogenen alten Kites hergestellt. Einmal die ausgedienten Sportgeräte auseinander schneiden und anschließend zum Sitzmöbel zusammennähen. So kommen alte und benutzte Segel zu neuem Glanz und werden zum Kuschelsessel. Mehr Recycling geht nicht…
Ganz einfach ist es nicht, an gebrauchte und richtig abgenutzte Kites zu kommen. Die kann man schließlich nicht einfach so im Laden kaufen. Gute Kontakte zu Kiteschulen helfen da. Und es spricht sich unter Kitern natürlich herum, dass ein alter und wohlmöglich kaputt geflogener Kite kein Müll sein muss. Die kommen Philipp Beermann dann im besten Fall „zugeflogen“.

Die alte Adler schafft alles.

Diese Teile gibt es exklusiv nur auf Bestellung. Schließlich ist es ein individuelles und kein Massenprodukt.
Für Kiter ist es ein Weg, keinen Abschied vom liebsten Wegbegleiter in Wind und Wellen zu nehmen. Es kommt durchaus vor, dass jemand in der Werkstatt steht – mit dem besten Stück im Arm. Es ist der erste Kite. Viele schöne Sommererinnerungen hängen daran. Da ist eine Trennung doch verständlicherweise schier unmöglich. Das muss man verstehen…
So kann das Lieblingsstück ins Wohnzimmer ziehen und den Besitzer weiter glücklich machen.
Philipp Beermann kitet nicht. Ihm ist Snowboarden lieber. Schade. Aus einem Snowboard lässt sich nun mal kein Sitzsack machen. Oder doch nicht schade? Vielleicht gibt es ja zum Kite-Sessel bald ganz exklusiv der Snowboard-Beistelltisch. Das wäre dann doch mal die ganz sportliche Einrichtung.

Mehr Informationen:

http://kitechair.de/

Über Christianne Nölting

Christianne Nölting

Im Norden geboren. Im Norden ausgebildet. Dem Norden tief verbunden. Voll der Norden in Person!

3 Meinungen über “Vom Kultkite zum Kultchair

  1. Das mit dem kitesofa/Stuhl ist das perfekte xmas Geschenk – ich werd das als Gutschein verschenken !danke für den Tipp !!!!super

    Susanne Hasenjäger | | Antworten
    1. Christianne Nölting

      Uj, da wird sich aber jemand freuen!

      Christianne Nölting | | Antworten
  2. Vielen Dank, der Artikel ist echt gelungen. I Like…Weiter so. Lieben Gruß

    Philipp Beermann | | Antworten

Hinterlasse deine Meinung