Das fehlende Puzzleteil im November: Fehmarnscher Marktkuchen

In vergangenen Zeiten, als Wurst- und Süßigkeitenbuden noch nicht die Herbst- und Wintermärkte beherrschten, gab es auf Fehmarn eine Alternative zu den heute gängigen Lebkuchenherzen. Ab Ende Oktober wurde traditionell der fehmarnsche Marktkuchen gebacken. Der schmeckt allerdings auch lecker, wenn man nicht gerade auf Fehmarn ist.

Wenn man mit diesem Kuchen groß geworden ist, dann fehlt er in dieser Jahreszeit richtig. Genau wie ein fehlendes Puzzleteil in einem großen Bild. Gucken wir mal, ob wir das Teil auch in der Landschaft Angeln in Falshöft finden…

Auch ein einsamer Strand im November birgt Überraschungen!

Kaum zu glauben! Da wird doch tatsächlich etwas angeschwemmt! Brauner Teekuchen! So wird er auch genannt – oder – auf Plattdeutsch: bruun Teekoken. Früher hat Oma den immer gebacken. Die ganze Familie war dann hocherfreut! Wenn er aus dem mit Holz befeuerten Küchenherd kam, galt es schnell zuzuschlagen. Nicht, dass er so schnell weg gewesen wäre – aber warm aus dem Ofen schmeckte er am besten. Klar, abgekühlt zum Kaffe ging es auch noch. Aber dann wurde es grenzwertig. Am nächsten Tag war er schon ganz schön „dröge“. War am übernächsten Tag noch etwas übrig, wurde er schon mit Butter bestrichen, damit er überhaupt noch genießbar war. Omas Rezept wird an dieser Stelle also schon mal NICHT weitergegeben! Es gibt ein anderes. Eines, das auf keinen Fall „drögen“ Kuchen liefert. Nach diesem Rezept gebacken, ist der Kuchen auch einige Tage schön locker und weich. Schade, dass Oma es nie kennengelernt hat….

Die Gischt spült Leckeres an Land.

Was praktisch ist: der Kuchenteig wird am Abend vor dem Backen angerührt. Er ruht über Nacht. Somit ist er toll für eine Kaffeetafel mit viel Besuch geeignet, weil er gut vorzubereiten ist und somit Stress gar nicht erst aufkommen lässt. Der Bäcker oder die Bäckerin muss den Teig kurz vorher nur schnell auf ein Blech geben und backen. So kann er sogar locker warm auf den Tisch kommen – und es riecht dann gut im Haus wenn der Besuch kommt!

Und so geht es:

In 250 Gramm Sirup wird 125 Gramm Butter geschmolzen. Diese Masse wird auf 200 Gramm Zucker gegeben und gut verrührt.
500 Gramm Mehl werden mit 1 gehäuften Teelöffel Natron, einem halben Teelöffel Hirschhornsalz und einer Tüte Pfefferkuchengewürz gemischt und auf die Zuckermasse gegeben.
Zwei Eier und 340 Gramm 10%ige Kaffeesahne kommen hinzu – alles gut verrühren – und fertig ist der Teig.
Nun darf er über Nacht ruhen.
Gebacken wird er 20 Minuten bei 175 Grad.
Während der Kuchen backt, wird Puderzucker mit wenig Milch verrührt.
Anschließend auf den fertigen und noch heißen Kuchen pinseln. Nach Belieben gern mit bunten Zuckerstreuseln bestreuen.

Hhhmmm, das fehlende Puzzleteilchen!

Die Einkaufsliste:

250 Gramm Sirup
125 Gramm Butter
200 Gramm Zucker
500 Gramm Mehl
Natron
Hirschhornsalz
1 Tüte Pfefferkuchengewürz
2 Eier
340 Gramm Kaffeesahne (10%ig)
Puderzucker
Milch
bunte Zuckerstreusel

Über Christianne Nölting

Christianne Nölting

Im Norden geboren. Im Norden ausgebildet. Dem Norden tief verbunden. Voll der Norden in Person!

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