Kanonenfutter vom Suppenhuhn!

Mit Ihrer Feldküche steht Alexandra Egge regelmäßig da, wo hungrige Menschen in der Mittagspause was Anständiges zwischen die Kiemen haben wollen. Lecker mit der Kelle aus dem großen Topf.

Soldaten stehen hier schon lange nicht mehr Schlange. Die Feldküche ist längst ausgemustert. Zumindest bei der Bundeswehr. Glück für „Alex“, wie die „mobile Köksch“ von allen Seiten gerufen wird. Jetzt ist sie stolze Besitzerin und fährt ihren Herd an der Anhängerkupplung spazieren.

Aus dem Anhänger wird eine Küche.

Und wenn Du mal kurz zwischen Bäcker und Friseur am Donnerstag in Itzehoe durch die Fußgängerzone huscht und da steht jemand und schneidet Zwiebeln, dann heißt das wohl, dass es heute mal wieder deftig zur Sache geht. Zumindest auf der Speisekarte vom „Suppenhuhn“. So nennt sich die Alternative zu „Essen auf Rädern“. Alles, was sie zum Kochen braucht, bringt sie mit.

Alles brutzelt vor sich hin.

„Büst du al so wiet?“, fragt da kurz nach halb elf schon der Erste. „Ik kann doch nich tövern (zaubern)!“ Schreit es zwischen den dampfenden Kesseln hervor. Hier wird tatsächlich alles vor Ort gekocht. Und das dauert halt. Heute pladdert das aber unentwegt. Gibt schönere Tage. Aber gerade da geht so‘n Pott Erbsensuppe doch immer noch rein.

Erbsensuppe – Der Klassiker!

Da lungert schon der erste Schlipsträger um die Ecke. Und wenig später steht der dann mit ‘nem Brummifahrer zusammen am Tisch und philosophiert über die beste Suppe der Welt. Klarer Vorteil für den König der Strasse. Der weiß auch genau wo und schwört drauf. „`Ne Wurst rein und `n Stück Brot dazu?“ Klar. Is ja bezahlt. Hier trifft der Anwalt den Bauarbeiter und der Zahnarzt den Schuhverkäufer. Und Themen rund ums Essen gibt es doch immer genug.

Und hinterher ist man bestens informiert.

Nur eine hat keine Zeit zum Schnacken. Alex rührt kräftig in ihrem Kessel, damit es schön heiß bleibt und nichts anbrennt. Und die Schnute haben sich hier schon einige verbrannt. Nur hungrig gegangen ist hier noch keiner. Wie sieht das denn mit Nachschlag aus heute? Na wie immer gilt die Regel: „Wie man in den Wald hinein ruft,…“.

Die Köchin lässt hier nichts anbrennen.

Kurz nach halb zwei. Der Kessel wird langsam leer. Trotz des Regens wissen die Itzehoer Donnerstags was sie an ihrem Suppenhuhn haben. „Darf ich meiner Frau nicht erzählen“, sagt der eine noch und haut sich dabei mit Schisslaweng `ne Ladung Bohnen auf die Büx. Alex schrubbt schon den ersten Kessel aus. Wer zu spät kommt, hat Pech gehabt. Um zwei ist die Feldküche dicht.

Über Gerrit Hoss

Gerrit Hoss

Ich bin Musiker, Autor diverser Magazine und Radio-Journalist beim NDR. Ich mag es bunt und wohl intoniert. Deshalb klingt der Norden für mich am schönsten.

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2 Meinungen über “Kanonenfutter vom Suppenhuhn!

  1. Eine tolle Frau die weiss was sie will und mit Ihrer Küche ist sie nicht zu schlagen.

    Liebe dich Alex

    Kim | | Antworten
    1. Christianne Nölting

      Ich warte auf den ersten Heiratsantrag auf „Voll der Norden“…. 😉 Das wär`s doch mal!

      Christianne Nölting | | Antworten

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