Sei Dein eigener Profiler!

Es ist überall recht gleich – ob in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder in Niedersachsen auf dem Lande und auch in der Stadt: viele Jugendliche finden keinen Ausbildungsplatz oder nach der Ausbildung keine Stelle. Damit die Chancen so hoch wie möglich werden, dass das mit Dir nicht passiert, denken wir rechtzeitig mit Dir darüber nach, welcher Beruf zu Dir passen könnte und wie Du ihn lernen kannst. Ein guter Zeitpunkt, sich langsam mal Gedanken zu machen, ist ungefähr 2 Jahre vor Schulaubschluss. Dann kannst Du die ganze Sache in Ruhe und überlegt angehen.

In dem Beitrag „Schulzeit (fast) um. Wat nu?“ stehen viele Fragen. Sie können Dir eine Hilfe sein, wenn es darum geht, überhaupt einmal rauszufinden, was Du möchtest und was zu Dir passt. Falls Du die für Dich noch nicht beantwortet hast, solltest Du das noch machen. Bewahre die Antworten auf und ändere sie auch gern ab, wenn Dir Anderes im Nachhinein richtiger erscheint.

Steige nun tiefer ein und werde ab jetzt Profiler in eigener Sache!

„Was der da macht, das kann ich auch!“ Wenn Du diese Meinung zu einem Beruf hast, ist das schon einmal prima. Du traust Dir was zu! Das ist gut!

„Das kann ich nicht, so etwas schaffe ich nie!“ Hier wird es schwieriger, denn vielleicht stimmt es. Vielleicht unterschätzt Du aber auch Dein Potential?

Dies wiederum wäre sehr schade, wenn Du etwas nicht beginnst, was Dir eventuell sehr viel Spaß machen würde!?!

Nicht immer einfach: Wer bin ich eigentlich??

Du hast eine Einschätzung von Dir selbst und die ist sicher weitgehend zutreffend. Das ist das sogenannte „Eigenbild“.

Die anderen kennen Dich aber auch sehr gut aus ihrem Erleben. Sie können Deine Selbsteinschätzung bestätigen, durch eigene Beobachtungen ergänzen oder kritisch hinterfragen! Dieses ergibt dann das „Fremdbild“, eben wie andere Dich sehen. Um auch diese Seite von der Medaille zu sehen, kannst Du Verwandte, Bekannte oder auch Lehrer fragen.

Du hast schon einen möglichen Berufswunsch? Dann stelle Dir vor…

Du spielst ein Musikinstrument gerne und auch gut. Es macht Dir viel Freude, Du hast in Deiner Band einen vergleichsweise hohen Leistungsstand und spielst vielleicht auch das ein oder andere Solo. Nun überlegst Du, ob Du Berufsmusiker werden solltest. Die Fähigkeiten auf dem Instrument sind das eine. Reichen sie als Grundlage für eine Ausbildung oder ein Studium aus? Und als Musiker musst Du am Tag mehrere Stunden auf Deinem Instrument üben! Der Satz „Wer übt, der hat es auch nötig“ mag für Hobbymusiker durchgehen, aber sicher nicht für Profis!

  • Bist Du beharrlich genug, dieses täglich zu tun? Und kannst Dich auch dazu motivieren, selbst wenn Du mal überhaupt keine Lust hast?
  • Bist Du so ehrgeizig, dass Du das Konzertstück nicht nur ausreichend, sondern perfekt spielen möchtest?
  • Hast Du wirklich den Willen, dass Du auch später auf Deinem Instrument wirklich noch immer besser und besser und besser werden willst?

Aber natürlich will nicht jeder Musiker werden!

Diese Fragen lassen sich auch auf andere Berufe anwenden. Ein Maler (und Lackierer) muss den jeweiligen Zeitgeist in der Farbgestaltung erfassen und seine Kunden entsprechend beraten können.

KFZ-Mechatroniker sollten neben dem technischen Verständnis die Ursachen von Störungen oder Pannen den Fahrzeughaltern verständlich erklären können.

Ein EDV- und IT-Spezialist muss sich immer wieder auf neue Technologien, Programmentwicklungen oder Programmiersprachen einstellen können.

Jeder Beruf hat seine eigenen Anforderungen aus verschiedenen Bereichen – die Mischung macht’s!

Jeder Beruf fordert nicht nur Dein Fachwissen, sondern Dich als ganzen Menschen mit all Deinen Fähigkeiten. Fachwissen lernt man ja während der Lehrzeit. Aber dann gibt es noch die Eigenschaften, die man schon mitbringen muss.

Das sind fachübergreifende Fähigkeiten.

Wenn Du z.B. gut organisieren kannst und dies bei der letzten Klassenfeier auch erfolgreich bewiesen hast, dann ist das so eine.  Eine andere ist, wenn Du gut mitreden kannst. Du kannst anderen etwas gut erklären, sie vielleicht durch gute Argumentation überzeugen? Oder Du verstehst und löst Probleme oder schwierige Situationen gut?

Dies alles sind übergeordnete Fähigkeiten, die Du in vielen Berufen gut einsetzen kannst. Welche fallen Dir noch zu Dir ein?

Und dann ist da noch Deine Persönlichkeit.

„Der will aber immer gewinnen! Puh, ist die ehrgeizig!“ Wenn Du dieses bei Freunden oder Dir selber erkennst, dann beobachtest Du eine persönliche Eigenschaft. Andere sind z.B. Kreativität. Das alles ist ein Teil Deines Wesens. Klopf Dich mal ab und frage Dich, wie leicht oder schwer Du Dein Wesen verändern könntest?

Genau. Fachliches kannst Du relativ schnell lernen. Auch organisieren oder sich einbringen kann man gewissermaßen bis zu einem Punkt üben. Aber die eigene Person umkrempeln? Das ist schon sehr schwer! Und will man das eigentlich? Na ja….

Deshalb ist es wichtig, dass Du Dir über Deine Stärken und Interessen frühzeitig im Klaren bist. Wenn Du beispielsweise sehr schüchtern bist und keine Menschen ansprechen magst, die Du nicht kennst, dann solltest Du keinen verkaufenden Beruf, z.B. Makler, anstreben. Oder wenn Du eher ein Typ bist, der nicht gerne lange still sitzt und dafür gern in Bewegung ist, dann ist der Bürojob am PC verständlicherweise wohl eher nichts für Dich….

Folgende Fragen können für Dich beim Ermitteln Deines eigenen Profils hilfreich sein.

  • Bist Du gern drinnen oder draußen?
  • Magst Du Dich gern bewegen oder darf es lieber ein wenig ruhiger zugehen?
  • Ist es besser für Dich, wenn Du viele Vorgaben bekommst oder magst ich gern eigene Ideen umsetzen und etwas selbst entwickeln?

Hier könnte es helfen, sich einmal an ferne Tage im Kinder- und Jugendzimmer zu erinnern:

  • Hast Du lieber Lego nach Vorlagen gebaut oder viel lieber eigene Fantasiefiguren gebaut?
  • Hast Du gern neue Spiele selbst erfunden?
  • Wolltest Du immer und immer wieder dasselbe spielen, oder hat es Dir mehr Spaß gemacht, wenn Du ständig etwas Anderes gemacht hast?
  • Bist Du beim Spielen lieber mit anderen zusammen gewesen oder war es völlig in Ordnung, wenn Du für Dich alleine warst?
  • Wenn Du mit anderen Jugendlichen zusammen bist, welche Rolle nimmst Du dann ein?
  • Bist Du gerne dabei und machst mit oder machst Du Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten?
  • Oder bestimmst Du möglicherweise, wo es lang geht?

Sicher fallen Dir noch viele andere derartige Fragen ein!

Wenn Du diese für Dich beantwortest, kannst Du schon viel genauer erkennen, was für ein Typ Du bist und welcher Beruf zu Dir passen könnte.

Wie und wo Du eine Auswahl möglicher Berufe findest, zeigt die nächste Folge.

Über Klaus Eike Mahlstedt

Klaus Eike Mahlstedt

In der Heide aufgewachsen, zog es mich später an die Förde und über die Weser an die Elbe. Ich mag Schiffe und Häfen - bin eben ein Norddeutscher rundum.

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