Streifendienst zu Fuß und auf Kiel

Beamter im besonderen Fußstreifendienst. So steht es auf dem Papier geschrieben. Doch das sagt kaum jemand. Eher vielleicht „Bürgenaher Beamter“. Aber auch diese Berufsbezeichnung ist dem Volksmund zu lang. Kurz gesagt: Ein Beamter im besonderen Fußstreifendienst ist ein „Bünabe“. So wie Heiko Friedenstab (48) . Er ist der Neue im Team der Wache am Rossdamm 10 in Steinwerder und einer von zwei „Bünabe“ der Wasserschutzpolizei Hamburg.

Welche Aufgaben hat der „Bünabe“ Heiko Friedenstab eigentlich? „Ich möchte die Bürgernähe der Hamburger Wasserschutzpolizei, die auf dem Wunschzettel der Firmen und der Bevölkerung in Steinwerder ganz oben steht, weiter intensivieren“, sagt der Oberkommissar, „meine Arbeitszeit ist flexibel. Ich werde Netzwerke und Kontakte aufbauen, diese pflegen und natürlich nach dem Rechten sehen. Es gibt zahlreiche Aufgaben und Termine, die meine Kollegen innerhalb ihres normalen Dienstplans nicht erledigen oder daran teilnehmen können. Diese Lücke zu schließen, darum kümmere ich mich. Anders als bei meinen Bünabe-Kollegen in der Stadt, wohnen und arbeiten die Menschen am und auf dem Wasser oder betreiben Wassersport.“

Ein nasses Revier…

Oberkommissar Friedenstab ist – noch treffender ausgedrückt – ein „Künabe“. Das ist die Abkürzung von „Küstennaher Beamter“. In Stralsund geboren, liebt der zweifache Vater einer Tochter und eines Sohnes (19 und 10 Jahre alt) seit jeher die Nähe zum Wasser. Er lernte Binnenschiffer, kennt sich besonders gut aus auf den Wasserwegen zwischen Rügen und Rotterdam. Berlin war eine weitere Station. Heiko Friedenstab wurde Gas- und Wasserinstallateur. In seinem dritten Beruf als Polizist besitzt Wasser wiederum für ihn eine magische Anziehungskraft. Somit war seine erste Station als „Bünabe“ der Harburger Binnenhafen im Süden der Stadt. Jetzt liegt sein Revier zu Lande in Steinwerder und dem Kleinen Grasbrook. Außerdem wasserwärts entlang der Dove und der Gose Elbe, der Bille sowie an den Kanälen in Hamburg-Wilhelmsburg. Für Firmen und für die Mitglieder von rund 70 Sport-Boot-Vereinen und –Häfen ist er der Ansprechpartner aus der Wache der Wasserschutzpolizei in Steinwerder.

Fertig für die Revierfahrt!

Heiko Friedensstab arbeitet überwiegend draußen im Revier. Und so entscheidet er mit einem Blick zum Himmel immer wieder neu, ob er sich mit dem Dienstfahrzeug, dem Boot, dem Fahrrad oder zu Fuß auf den Weg macht. Klar, dass auch die Entfernung eine Rolle spielt. Für seinen allerersten Einsatz im Revier wählte er das Fahrrad. Helm aufgesetzt und los ging es in den Sandtorhafen. Er erzählt: „Ein Eigner beklagte sich über fliegende Angel-Köder, die von Unbekannten im Dunkeln geworfen ihr Ziel verfehlten, somit laut gegen die Schiffswand und an Bord prallten. Es gab Dellen und die Schiffsfarbe platze ab.“ Der Eigner gab ihm seine gesammelten Angelköder mit. Seitdem besitzt Heiko Friedenstab eine eigene „Asservaten-Box“ auf der Wache, in der er die Beweisstücke aufbewahrt.

Beweisstücke!

Referate verschiedenster Sicherheitsthemen wie zum Beispiel Diebstahlprävention oder Skippers Sicherheitstipps bietet Oberkommissar Friedenstab den Wassersportvereinen an. Nach und nach lernt er die Menschen, die hier leben, arbeiten oder ihren Hobbys nachgehen, kennen. Er baut eine so genannte „Alarm-Datei“ mit Ansprechpartnern und Telefonnummern auf. „Eine schnelle Erreichbarkeit bei einem Schadensfall ist für uns alle wichtig. Bis ich alle Daten zusammengestellt habe und überall einmal gewesen bin, wird es noch eine ganze Weile dauern“, sagt er. Eins steht für ihn schon lange fest: „Das Gebiet hat seinen eigenen rustikalen Charme, den ich schon nach kurzer Zeit sehr lieb gewonnen habe.“

In Hamborg bün ik Tohuus!

Über Uschi Tisson

Uschi Tisson

Uschi Tisson ist Reporterin mit Leib und Seele. Die schönsten Geschichten sind für sie die, die das Leben schreibt - davon findet sie ganz viele! Zum Glück!

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