Unberührte Stille

Die Mecklenburger Seenplatte ist ein beliebtes Ausflugsziel. Ihre wahre Schönheit offenbart sich jedoch nicht jedem. Die schönsten Plätze sind nur mit dem Boot erreichbar. Die Belohnung für diesen Aufwand kann sich jedoch sehen lassen.

Es gibt sie noch. Plätze ohne Strassenlärm, ohne Hektik und ohne Menschen. Wie das Paradies. So erscheint die Landschaft zwischen Seen, engen Kanälen und Flussarmen. Es ist insbesondere diese unvergleichbare Stille. Die Bäume rauschen und zwischen das Geräusch, wie das Paddel ins Wasser taucht, mischen sich Vogelstimmen.

Nur was wirklich gebraucht wird, findet Platz in der schwimmenden Tonne.

Wohl die perfekte Art für gestresste Stadtmenschen, sich zu erholen. Kein Zeitdruck und unendliche Natur. Die Anzahl der Strecken scheint grenzenlos. Der Blick auf die Seen-Karte verrät, wo der nächste Campingplatz eine Übernachtungsmöglichkeit bietet. Aber auch viele Bootsstege haben sich auf die Wasserwanderer eingestellt und bieten willkommene Rastplätze für eine Pause.

Malerische Bootshäuser liegen entlang der Strecke.

Zeitdruck? Nein, den gibt es hier nicht. Einfach treiben lassen und die Vielfältigkeit genießen. Da vorne tummeln sich Fische im klaren Wasser, vorm Schilf gleitet ein Schwan lautlos vorüber und auf dem See sitzt ein Angler rauchend in seinem Boot.

Auf den engen Kanälen herrscht nach den Ferien nur wenig Betrieb.

Zeit, die innere Uhr herunter zu fahren. Zeit für Gespräche, ein Resümee zu ziehen. Was ist passiert und was kann kommen? Ja, diese Momente sind viel zu selten geworden. Am späten Nachmittag ist das Tagesziel erreicht. Auch die zahlreichen Campingplätze sind mit Bootsanlegern bestens gerüstet.

Die Lore ist die alternative Schleuse für Paddler. Muskelkraft vorausgesetzt.

Zeit, um am Lagerfeuer die schönsten Touren auszutauschen. Und vielleicht sieht man sich die nächsten Tage nochmal wieder. Irgendwo zwischen Mirow und Wesenberg. Unsere Tour ist nach vier Tagen vorüber. Neben den Eindrücken von Landschaft und Tierwelt, unzähligen Mückenstichen und ausreichender Erholung nehmen wir Muskelkater und ein Schlafdefizit gerne in Kauf.

Kann nach einem harten Ruder-Tag besser schmecken als die meisten denken.

Gar nicht teuer ist so eine Paddel-Tour. Als guter Startpunkt eignet sich beispielswise das kleine Städtchen Mirow. Dort gibt es einige Vermieter und die umliegenden Seen lassen sich gut erreichen.

Über Gerrit Hoss

Gerrit Hoss

Ich bin Musiker, Autor diverser Magazine und Radio-Journalist beim NDR. Ich mag es bunt und wohl intoniert. Deshalb klingt der Norden für mich am schönsten.

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Eine Meinung über “Unberührte Stille

  1. Hey Gerrit,
    schöner Bericht
    klingt gut….nur das Wetter muss mitspielen. Ich denke sonst kann man die Seele nicht wirklich baumeln lassen. Da hattet Ihr ja ein unglaubliches Glück. Ich denke, heute wäre es nicht zum „Genießen“ gewesen.
    LG
    Monika

    Monika Stender | | Antworten

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