Schulzeit (fast) um. Wat nu?

Die Zeit rennt auf einmal! Nur noch ein Jahr bis zum Schulabschluss! Das wird noch einmal anstrengend. Vorklausuren, die Abschlussarbeiten, noch einmal die Noten in den punkterelevanten Fächern hochziehen …

Aber richtig anstrengend sind die nun vermehrt auftauchenden Fragen der Eltern, Verwandten, Freunde, Bekannten: Weißt Du denn schon, was Du nach der Schule beruflich machen willst?

„Nö“, sagst Du dann, mal kleinlaut, mal genervt, insbesondere gegenüber denen, die diese Frage nun schon mehrmals in immer kürzer werdenden Abständen stellen.

Neulich hast Du es Deiner Tante Friede gegenüber mal mit Gleichgültigkeit probiert und gesagt: „Ich werd erst einmal chillen“. Aber die ältere Dame wusste damit nichts anzufangen, und dachte wohl eher an ihren etwas angestaubten Chinchilla-Mantel im Schrank. Hinterher beschwerte sie sich bei deinen Eltern und auf der Rückfahrt legten die wieder los:

„Du könntest allmählich wirklich mal…“

Die Gutmeinenden, ob sie dich besser kennen oder nicht, machen konkrete Vorschläge. Das ist immerhin etwas, das du dann gleich zurück weisen kannst – oder worüber du bei Gelegenheit doch etwas nachdenkst?

Aber wie findest Du heraus, ob ein möglicher Beruf für Dich auch wirklich interessant ist, Deinen Interessen, Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht – und Dir ermöglicht, immer das neueste I-Phone zu kaufen?

Dann beantworte für Dich folgende Fragen:

Was macht Dir immer richtig viel Spaß, sei es in der Schule oder privat bei Deinen Hobbys? Was kannst Du richtig gut, so dass auch Freunde, Eltern oder andere Dir hierfür immer wieder große Anerkennung aussprechen?

In welchen Situationen bekommst Du die positiven Rückmeldungen? Welche Deiner gundlegenden Eigenschaften und Stärken konntest Du hier einsetzen?

In welchen Situationen und Umfeldern würdest Du diese Stärken gerne einsetzen?

Und schließlich, mal vom Ziel her betrachtet, welchen Beruf findest Du so richtig spannend? Warum?

Was bringst Du aufgrund Deiner Interessen, Fähigkeiten und Leistungen hierfür bereits mit?

Wenn Du jetzt noch Lust und Energie hast, beobachte doch mal, wer in Deinem Umfeld an Freunden, Verwandten, Bekannten Dir den Eindruck vermittelt, dass ihnen ihr Beruf richtig Spass macht? Frage nach! Wie kriegen die das hin?

Wat nu?

Mache Dir zu den aufgeführten Fragen einfach ein paar Notizen und sehe sie Dir ein paar Tage später wieder an. Dabei fragst Du Dich, ob diese Gedanken für Dich so noch richtig sind. Wenn ja, dann ist es gut. Anderenfalls kannst Du jetzt Veränderungen oder Ergänzungen vornehmen.

In der nächsten Folge bekommst Du Anregungen, wie Du mit Deinen Ergebnissen weiter arbeiten kannst.

Über Klaus Eike Mahlstedt

Klaus Eike Mahlstedt

In der Heide aufgewachsen, zog es mich später an die Förde und über die Weser an die Elbe. Ich mag Schiffe und Häfen - bin eben ein Norddeutscher rundum.

Mehr von Klaus Eike Mahlstedt im Internet

3 Meinungen über “Schulzeit (fast) um. Wat nu?

  1. Moin
    Ich finde eines kommt stets zu kurz: Man muss den Schulabgängern klarmachen das jeder für sein Auskommen selbst verantwortlich ist und das es nicht nur darum geht wozu man grad „Lust hat“und was man „gern möchte“.
    Leider gibts nur für die wenigsten eine Wunschausbildung, die meisten müssen nehmen was kommt und im wirklichen späteren Leben wirds auch nicht anders.
    Das tägliche Leben ist kein Wunschkonzert, man muss da durch.
    Leider wird das chillen schnell zur Gewohnheit, das lange ausschlafen, das späte einschlafen kombiniert mit konstanter Geldknappheit weil die öffentlichen Kassen sehr knauserig sind und auch sein müssen.
    Oft wird dieser traumatische Zustand zum Dauerläufer, oft wird vergessen das es um anderer Leute Geld geht, denkt bitte immer daran das alles von irgendjemandem vorher erwirtschaftet werden musste.
    Mein Tip:
    Schnappt euch was ihr kriegen könnt, am besten schon lange vor dem Schulabschluss!
    Gruss Willy Petersen

    Willy und Sylvia Petersen | | Antworten
  2. Klaus Eike Mahlstedt

    Moin,
    richtig, das Leben ist kein Wunschkonzert! Trotzdem darf man Wünsche haben und sie auch verfolgen….

    Mir geht es hier mehr darum, dass Schüler sich überhaupt frühzeitig mit dem beruflichen Leben auseinandersetzen.
    Sie sollen sich rechtzeitig darüber im Klaren werden, was sie gut können oder/ und ob sie das überhaupt (gut) können, was sie evtl. beruflich anstreben. Ohne diese Meinungsbildung landen sie sonst in für sie ganz verkehrten Berufen.

    In manchen Regionen mag es für die Anzahl der Schulabgänger eine Lehrstellenknappheit geben, national wird dies in Zukunft nicht mehr so sein.
    Problematisch wird für das Handwerk eher, insbesondere vor dem Hintergrund der Freizügigkeit durch die EU, der Zuzug qualifizierter günstiger Arbeitskräfte aus dem Ausland.

    Beste Grüße
    Eike Mahlstedt

    Klaus Eike Mahlstedt | | Antworten
  3. Moin
    Sie haben vollkommen Recht das bei uns die ausländischen Handwerker leichtes Spiel haben solange wir hier die alte Handwerksordnung/Meisterzwang von 1935 hochhalten und hochloben.
    Ich denke gleiche Chancen für alle und Abschied von Vorkriegsgesetzen wäre mal ein Ansatz in dem freien und geeinten Europa.
    Ein weiter Ansatz wäre das Lehrlinge dort ausgebildet werden wo sie später ihr Geld verdienen, damit meine ich die Baustelle und nicht die Schulung in ausserbetrieblichen Einrichtungen, so hätten sie nach 3 Jahren eine echte Chance am Markt.
    Heute ist es so das nach der „Ausbildung“ die eigentliche „Schulung“ stattfindet.
    Man braucht eigentlich nur mal die Betriebe zu fragen, ganz einfach.
    Gruss Willy Petersen

    Willy und Sylvia Petersen | | Antworten

Hinterlasse deine Meinung