Uschi aus der Hafenkiste

Wo Feste gefeiert werden, sind Präsentkörbe meist nicht weit. In reichlich Folie verpackt zieren sie die Geschenktische. Und gern wird mal geguckt nach dem Motto: „Na, was hat der den reinpacken lassen? Und hat er ins Portemonnaie gegriffen oder hatte er Stacheldraht in der Tasche?“ Entsprechend wird registriert, wie reichlich oder auch nicht die Folienmenge ist. Die besten Präsentkörbe sind doch immer noch die, deren Griff das Gewicht nicht hält. Oder? Vielleicht sind die besten Präsentkörbe ja auch einfach eine Kiste. Uschi hat da welche.

Hafenkisten vor ihrer Reise.

Uschi Tisson sitzt mit Stempfelfarbe und kleiner Rolle „bewaffnet“ in ihrer kleinen Werkstatt. Die neue Kisten-Lieferung will bedruckt werden. Die Holzkisten kommen in allen möglichen Größen direkt aus den Elbewerkstätten. Das ist Uschi wichtig. Alle Produkte, die ihren kleinen Laden verlassen, sollen aus Harburg und Umgebung kommen. Bei ihr ist alles regional. „Bei mir ist auch nichts perfekt“, sagt sie lachend. „Mal sind meine Aufdrucke dick und mal dünn“. Aber das macht nichts. Schließlich ist es genau das, was Unikate ausmacht. Und das sind Uschis Hafenkisten allemal.

Rüber mit der Rolle!

Zwischendurch muss die Rolle warten. Kundschaft ist da. Eine Hafenkiste wechselt den Besitzer. Bestückt mit Honig, Schietbüdel-Wein und frisch geröstetem Kaffee aus dem benachbarten Freilichtmuseum Kiekeberg verlässt die Kiste den Laden. Diesmal war es aber keine Harburger Hafenkiste, diesmal musste es eine aus Wilhelmsburg sein. Uschi Tisson ist da flexibel. Auch Firmenaufdrucke hat sie schon organisiert. Gegen Aufpreis versteht sich.

Na, mien lütten Schietbüdel?

In die Hafenkisten kommt nur, was Bezug zu Norddeutschland hat und maritim ist. Süße Meeresfrüchte und Hamburger Speck aus Stelle bei Hamburg, Hafenbonsche aus Altona oder selbstgehäkelte Mützen für die Piste. In die Kiste kommt, was gefällt. Mit wachsamen Augen hat Uschi Tisson die Produkte zusammengetragen. Aber am liebsten regt sie die Fantasie der Käufer an. Dann gehen die Holzkästen leer über den Ladentisch und werden von den Käufern Zuhause persönlich bestückt – natürlich nach gründlicher Beratung vor Ort oder am Telefon.

Geschichte zum Verschenken.

Gern stellt Uschi Tisson auch historischen Bezug her – wenn sie zum Beispiel Kokosnüsse in die Harburger Holzkästen legt. „Kokosnüsse waren für den Hafen mal sehr wichtig“, sagt sie. „Das weiß heutzutage ja kaum noch jemand“. Als Erklärung liegt ein kleiner Zettel bei den Nüssen. „Ein bisschen Bildung schadet nicht“, meint die gelernte Journalistin mit Händchen für Deko und alles Schöne. Selbst der gelbe Friesennerz erlebt bei ihr eine kleine Renaissance – bedruckt mit der Aufschrift „Harburg Ahoi“! Oder neuerdings auch mit „Nordsee Ahoi“. Den gibt es dann nur in Sankt Peter-Ording ganz exklusiv.

Strandfund neu angeordnet.

Egal, ob es nun eine Hamburger, Wilhelmsburger, Harburger, Hafencity oder St.Pauli Hafenkiste wird, sie soll gern die Sinne ansprechen. Das geht zum Beispiel auch gut mit Kunst, hat Uschi Tisson in der letzten Zeit erfahren. Arrangements aus Treibgut gehen prima. Ein befreundeter Künstler fertigt sie an. Aber schon die Kisten an sich sind besonders. Jede einzelne ist handgefertigt, nummeriert und aufs Produktionsjahr editiert. Einige Kunden nutzen sie leer als Deko-Kiste, erzählt die norddeutsche Deern.

Seit 2008 gibt es die Hafenkisten. Ursprünglich sollte die Idee mit der Kiste den Harburger Binnenhafen ein wenig bekannter machen. Mit der Zeit ist das Projekt gewachsen. Zum Beispiel um die Beziehungskiste. Normalerweise legt Uschi noch eine kleine Tüte bei. Es ist Wiesensaat. Marke „Bett im Kornfeld“. Eine gute Saat für jede Beziehung – in vielerlei Hinsicht. Na dann: AHOI!

Mehr Informationen:

http://www.die-hafenkiste.blogspot.de/

Für Nordsee Ahoi:

http://stpeterdorf.de/einkaufen/032d809d5e1097618/index.php

Über Christianne Nölting

Christianne Nölting

Im Norden geboren. Im Norden ausgebildet. Dem Norden tief verbunden. Voll der Norden in Person!

2 Meinungen über “Uschi aus der Hafenkiste

  1. Kreativ. Werde die Hafenkiste (wie bisher) weiter empfehlen.

    Heinz Beeken | | Antworten
  2. Hallo Uschi aus der Hafenkiste, ich war mal bei einer Lesung deiner kleinen, eigenen Geschichten am „Fuße der schwarzen Berge“. Es war eng, gemütlich und eben, der Größe des Ladens angepasst, nur eine kleine Anzahl interessierter Zuhörer. Es hatte aber ein ganz eigenes Flair. Ist so ein Event event(uell ;O) mal wieder geplant? Dann wäre ich sofort dabei. Habe auch schon einige Kisten verschenkt, was immer ein voller Erfolg war, weil eben besonders. Herzliche Grüße aus Bergedorf Sabine

    Sabine Fabel | | Antworten

Hinterlasse deine Meinung