Vollgas übern Strand

Mit 70 Sachen über den Strand brettern. Und das ganz ohne Motor. Wie geht das denn? Klare Sache. Mit Wind und Muskelkraft. So machen es die Strandbuggy-Fahrer von Sankt Peter Ording.

Gerade an heißen Tagen sorgt der kühle Fahrtwind für Erfrischung. Bevor es soweit ist, muss erstmal der Kite am Himmel sein. Solange wird der Buggy noch geparkt. Bis hierhin alles wie bei den Kite-Surfern. Nur der Drachen selbst ist aus einem Material, das nur an Land geeignet ist und nicht nass werden darf.

Der Kite am Boden ist eingehängt und startklar.

Für Kaspar Grüber aus Hamburg bedeutet das gerade heute viel Muskelkraft. Es pustet ganz schön. Angefangen hat er mal mit Windsurfen. Aber im Strandbuggy ist der Kick einfach größer für ihn. In voller Montur steht er im Sand und hat den Drachen in sein Geschirr eingehängt.

Immer schön cool bleiben. Auch mit Helm.

Bisher ging alles gut. Dabei ist der Sport nicht ganz ungefährlich. Der Weltrekord lag bei über 130 km/h. Damit nicht jeder einfach drauf los fährt, wird in Deutschland eine Lizenz benötigt. Wer die Prüfung besteht, bekommt eine Nummer. In Deutschland gibt es bereits über 2000 vergebene Lizenzen.

Ein Nummernschild, das Aufschluss über den Fahrer gibt.

Nach der ersten Vollgas-Fahrt erklärt der Fahrer, dass die Winde wie beim Segeln auch nicht unterschätzt werden dürfen: „Sonst hebt es dich echt aus dem Buggy und der fährt einfach weiter. Ist mir schon zweimal passiert.“. Die Fahrer sind nicht im Buggy festgemacht. Gesteuert wird mit den Füßen. Eine Bremse gibt es nicht.

Mit Vollgas geht es über den Ordinger Strand

Natürlich wird auch hier nach jeder Fahrt über das Material gefachsimpelt. Ein richtiger Profi-Buggy kann schon mal ein paar Tausend Euro kosten. Bis dahin ist es für die meisten jüngeren Fahrer ein weiter Weg. Die ersten Fahrversuche gehen dagegen relativ schnell. Schon nach einem Tag ist nach Beherrschen der Grundlagen die erste Fahrt möglich.

Die Winde fest im Griff.

Über Gerrit Hoss

Gerrit Hoss

Ich bin Musiker, Autor diverser Magazine und Radio-Journalist beim NDR. Ich mag es bunt und wohl intoniert. Deshalb klingt der Norden für mich am schönsten.

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Eine Meinung über “Vollgas übern Strand

  1. Hey Gerrit,
    toller Bericht….ich weiß bloß nicht, von welchen „heißen Tagen“ Du sprichst??!! 😉
    LG
    Monika

    Monika Stender | | Antworten

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