In Hamburg sagt man „Bonsche“

Plattgedrückte Kindernasen an einer Schaufensterscheibe. Wie viele große Augen mögen hier bereits durch geschaut haben. Ein Paradies – und gleichermaßen weckt dieser Laden nicht nur die Neugier junger Naschkatzen.

Es sind die ganz besonderen Süßigkeiten aus eigener Herstellung, die den Bonscheladen in Hamburg Ottensen so einzigartig machen. Sei es ein Anker, der Smiley oder auch der Slogen „I Love HH“ auf wenigen Millimetern.

Die fertige Zuckermasse kommt auf den Kühltisch.

Alles beginnt bei 150 Grad in einem Kessel. Die Zuckermasse schmeckt in diesem Fall nach Himbeere und so riecht es jetzt auch überall im Laden. Vom Kessel auf den Kühltisch auf ca. 80 Grad herunter gekühlt. Jetzt muss alles ganz schnell gehen.

Echte Schwerstarbeit, so viel Zucker.

Was hinterher in kleinen Bonbons Platz findet, wird erst in großem Maßstab geformt. Ein Kinder-Traum. Doch hinter der Glasscheibe sind nicht nur kleine staunende Gesichter zu beobachten.

Da läuft das Wasser im Mund zusammen!

Unzählbar sind die Bonsche, die Inhaber Uwe Sponnagel inzwischen in eigener Handarbeit gefertigt hat. Die Arbeit muss sehr schnell von der Hand gehen. Am Tisch fliegen die Hände.

Konzentration trifft auf schnelle Bewegung!

Der Diplompädagoge war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und fand diese in Dänemark bei dem Besuch einer kleinen Produktionsstätte für Bonbons. Eine Idee, das auch selbst machen zu können, war geboren. Und diese Idee wurde zu einer besonders süßen Versuchung. Kein Wunder, dass da der Erfolg nicht ausblieb.

Sorgfältig wird jedes Motiv zusammengesetzt.

Mittlerweile ist sich Uwe Sponnagel sicher, dass seine Bonbons qualitativ um einiges besser sind als die dänischen. Schmeckt doch auch viel besser, wenn Augen, Nase und Zunge wissen, wo es herkommt.

Aber wer soll dieses Riesending denn nun lutschen?

Erinnert etwas an Bauklötze, wie so ein Bonsche erst in großem Maßstab zusammengesetzt wird. Zu dritt formt und knetet das Team gegen die Zeit an. Ist die Masse erst einmal hart, kann sie nicht weiter verwendet werden. Um die Zuckerstange in „mundgerechte Portionen“ zu verkleinern, wird der Riesen-Bonbon in die Länge gezogen.

Der viel zu große Bonsche wird kleiner „gezogen“.

Das Warten hat sich am Ende für alle gelohnt. Der große Augenblick ist da. Aus den Zuckerstangen werden fertige Bonbons zum Probieren geschlagen. Ganz schön schweißtreibend und am Ende bleibt nichts davon übrig.

Kurz vor Fertigstellung sind es lange Zuckerstangen.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Aber schmecken ist doch viel aufregender.
Wer will probieren?

Informationen: www.bonscheladen.de

Über Gerrit Hoss

Gerrit Hoss

Ich bin Musiker, Autor diverser Magazine und Radio-Journalist beim NDR. Ich mag es bunt und wohl intoniert. Deshalb klingt der Norden für mich am schönsten.

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