Flotte Bienen

Nichts für Hektiker. Die Imkerei fordert einen ausgeglichenen Geist. Gegenseitiger Respekt und liebevoller Umgang sind wichtigste Zutat für schmackhaften Blütenhonig.

„Ich bin der wichtigste Arbeitgeber hier in der Gegend“, sagt Björn Menke während er sich den Schutzhelm aufsetzt und den Smoker mit Kräutern füllt. Der Rauch simuliert für die Bienen einen Waldbrand. Schnell die Honigreserven sichern und zurück in die Waben. 1,6 Millionen Arbeiterinnen beschäftigt er auf einem kleinen Feld in Honigfleth bei Itzehoe.

Der Smoker wird in Betrieb genommen.

Der Ertrag ist in diesem Jahr bislang Durchschnitt. Ganz ruhig öffnet er den Bienenkasten und zieht eine Wabe heraus. Fein säuberlich getrennt wird der Blütennektar aus verschiedenen Pflanzen. Hier herrscht Ordnung im Bienenstaat. Für den Menschen hinter Schwein und Rind das nützlichste Tier. Nicht nur auf dem Land. Gerade eine Großstadt wie Hamburg ist ein El Dorado für Bienen. Friedhöfe und Parks sind Garanten für guten Honig. Die Kästen sind meistens auf Dächern von Hochhäusern zu finden. Absolute Ruhe für die Honigproduktion.

Jede Biene hat einen ganz bestimmten Job im Volk

Ruhe muss auch der Imker bewahren. Schnell mal die Bienen kontrollieren zwischen zwei Terminen, das klappt nicht. „Meine Mädels mögen gar nicht, wenn ich gestresst wirke.“, sagt der Imker. Dann kann es schonmal unangenehm für ihn wirken, wenn sich der Stress überträgt. Die Stiche zählt er längst nicht mehr. Heute ist ein entspannter Tag. Nur ein Schutz fürs Gesicht reicht.

Die gezogene Wabe sieht gut aus. Die Bienen stört es nicht.

16 Völker produzieren rund um die Uhr. Mit der Sonnenwende werden diese wieder kleiner und kriechen im Winter als Traube zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Eine Biene die Ihr Ende spürt, fliegt rechtzeitig auf und davon, um keine Krankheiten im Staat zu verbreiten.

Reges Treiben an der Einflugschneise unten am Bienenkasten

Ein Grundkurs an der Imkerschule dauert ungefähr 12 Wochenenden. Samstags Theorie und Sonntags Praxis. Danach ist es sinnvoll, einem erfahrenen Imker als Paten zu haben. Schnell umschulen können auch die Bienen. Je nach Bedarf wechselt eine Putz-Biene auch mal zur Lager-Arbeiterin. Sobald die Waben verschlossen sind, ist der Honig erntereif. Am besten schmeckt er direkt aus der Wabe.

Frischer geht es nicht. Die Bienen scheint der Honigklau mit dem Finger nicht zu stören.

Über Gerrit Hoss

Gerrit Hoss

Ich bin Musiker, Autor diverser Magazine und Radio-Journalist beim NDR. Ich mag es bunt und wohl intoniert. Deshalb klingt der Norden für mich am schönsten.

Mehr von Gerrit Hoss im Internet

2 Meinungen über “Flotte Bienen

  1. Ganze Völker müssen für Herrn Menke knechten, weil sie bis aufs letzte Gramm Honig ausbeuet werden. Die armen Viecher!!! Im Winter bekommen die Bienen wahscheinlich billigen Aldi-Zucker, damit sie überleben und im nächsten Jahr erneut ausgebeutet werden können.

    Rolf Albat | | Antworten
  2. Hallo Björn, habe diesen Artikel gelesen. Ist ganz interessant, habe leider keine Ahnung von Bienen. Stimmt das mit dem Zucker im Winter?
    Wenn du bei deinen Bienen genauso schnell bist, wie am Montag im kurs ,dann picken die bestimmt öfter mal ,aber dafür gibt es ja so gewisse Injektionen habe ich gehört…

    simko | | Antworten

Hinterlasse deine Meinung